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Neue Stadtmitte Nidderau - Entwicklung einer Passivhaussiedlung

Stadt Nidderau

Detail-Beschreibung

Befliegung 2015
Quelle: Stadt Nidderau

Nidderau ist eine stetig wachsende Stadt des Main-Kinzig-Kreises, die sich am nordöstlichen Rand einer der größten deutschen Ballungs- und Verdichtungsräume, der Rhein-Main-Agglomeration, befindet. Mit ihren 20.000 Einwohnern verfügt Nidderau in ihren beiden entwicklungsstarken Stadtteilen Heldenbergen und Windecken über ein regionalplanerisch abgestimmtes Flächenangebot, das eine über die Eigenentwicklung hinausgehende Siedlungstätigkeit ermöglicht. Mit dem Entwicklungsprojekt »Neue Stadtmitte Nidderau« wurde nun der bestehende Lückenschluss zwischen beiden Stadtteilen Heldenbergen und Windecken räumlich vollzogen und tatsächlich – im wahrsten und ursprünglichsten Sinne des Wortes – eine neue Mitte für die Stadt Nidderau geschaffen.

Die neue Stadtmitte

Das Projekt »Neue Stadtmitte Nidderau«, das kurz vor Realisierungsabschluss steht, stellt eines der städtebaulich und stadtplanerisch wichtigsten Schlüsselprojekte der letzten Jahrzehnte dar. Dieser zentrale Entwicklungsbereich ist nicht nur Standort wichtiger Infrastruktureinrichtungen, besondere Bedeutung erhält der Standort auch als Verknüpfungspunkt des Regionalverkehrs mit dem Nahverkehr, sowie die fußläufige Verbindung der Stadtteile, Versorgungseinrichtungen und Naherholungsgebiete.

Auf dem zirka 13 Hektar großen Entwicklungsgebiet, das sich in direkter Nachbarschaft zu wichtigen kommunalen Einrichtungen befindet, ist eine attraktive neue Stadtmitte entstanden, die den lokalen Anforderungen und Voraussetzungen angemessen gerecht wird.

Ausschnitt Bebauungsplan
Quelle: Stadt Nidderau

Die Planung der neuen Stadtmitte fußt auch auf übergeordneten Zielen: Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität, Identifikation der Bewohner aller Stadtteile mit der neuen Stadtmitte, Kommunikationszentrum für alle Einwohner. Weitere bedeutende Ziele sind die Gliederung und Gestaltung der »Neuen Mitte« durch Grünflächen in Verbindung mit der Erschließung der Auenlandschaft zur Aufwertung der wohnungsnahen Erholung und die Bereitstellung von Freiflächen für Freizeitaktivitäten. In der Verkehrskonzeption steht die Verkehrsberuhigung im Vordergrund mit Reduzierung des Durchgangsverkehres, dem Ausbau von Rad- und Fußwegen und dem Anschluss an den ÖPNV.

Die mittig an den renaturierten Landwehrgraben anschließende Grünachse gliedert die beiden neuen Wohnquartiere sinnvoll und schafft darüber hinaus eine autofreie Anbindung an den zentralen Versorgungsbereich.

Energetisches Konzept der Gebietsentwicklung

Ein wesentlicher Punkt der Gebietsentwicklung »Neue Stadtmitte Nidderau« war die Festsetzung des Passivhausgebiets. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Nidderau hat beschlossen, dass der gesamte Wohnungsbaubereich der »Neuen Stadtmitte Nidderau« im Passivhausstandard entwickelt wird und die Stadt Nidderau mit dem Wohnungsbaubereich der »Neuen Stadtmitte« im Passivhausstandard entwickelt wird und die Stadt Nidderau mit dem Wohnungsbaubereich der »Neuen Stadtmitte« am Modellprojekt »Bebauungsgebiet als Passivhaussiedlung« des Landes Hessen teilnimmt. Ferner haben die politischen Gremien der Stadt Nidderau im Rahmen der Kaufpreisfestsetzung beschlossen, dass sämtliche Passivhäuser gemäß dem energetischen Mindeststandard »Passivhaus nach den
Zertifizierungskriterien des Passivhausinstitutes Dr. Wolfgang Feist« zu zertifizieren sind und jeweils eine CO2-neutrale Wärmeversorgung des Gebäudes nachzuweisen ist. Dieser Beschluss wurde später nur dahingehend geändert, dass auf eine Zertifizierung nach den Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts Dr. Wolfgang Feist verzichtet wird. Der Nachweis ist über die sachgemäße Planung und Projektierung nach Passivhaus-Projektierungs-Paket (PHPP) zu führen. Ferner ist nach Fertigstellung die Luftdichtheit des Gebäudes mittels Blower-Door-Test zu belegen.

Der energetische Mindeststandard »Passivhaus« nach PHPP wird wie folgt definiert:

  • Heizwärmebedarf maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr oder alternativ Heizlast maximal 10 Watt pro Quadratmeter
  • Kühlenergiebedarf maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeterund Jahr
  • Primärenergiebedarf maximal 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
  • Luftdichtheit n50 maximal 0,6 pro Stunde
  • Planung der energetischen Qualität des Hauses mittels des Passivhausprojektierungspaketes (PHPP)
  • Bezugsgröße ist die Energiebezugsfläche nach PHPP
  • Qualitätsprüfung nach Abschluss des Bauvorhabens durch einen Drucktest nach DIN EN 13829
Quelle: Stadt Nidderau

Für die C02-neutrale Wärmeversorgung des Gebäudes während der Nutzung sind die wärmebedingten C02-Emissionen auf dem Grundstück zu kompensieren. Dies erfolgt beispielsweise über die Erzeugung und Einspeisung von elektrischer Energie aus einer Solarstromanlage, mit der elektrische Energie aus dem bundesdeutschen Kraftwerkspark (Strommix) verdrängt wird. Die Anlage ist so auszulegen, dass die gesamten wärmebedingten C02-Emissionen über die C02-Gutschrift im Jahresmittel ausgeglichen werden.

Auch werden mehrere Geschosswohnungsbauten im Bereich der »Neuen Stadtmitte Nidderau« errichtet. Insgesamt werden planmäßig 187 Wohnungen von drei verschiedenen Bauträgern erschaffen. Ein Bauträger wird sieben dreigeschossige Wohnhäuser – 77 Wohnungen sogar in der zertifizierten Passivhausbauweise errichten. Ein anderer Bauträger wird 79 Wohnungen im Passivhausstandard mit dem Zusatz »Wohnen-Plus / Best Ager« anbieten. Somit entsteht für die Stadt Nidderau nicht nur ein städtebaulich und stadtplanerisch wichtiges Projekt, sondern durch die Entwicklung des Gebiets als Passivhaussiedlung setzt die Stadt Nidderau einen Grundstein zum Klimaschutz im Rhein-Main-Gebiet. Die Stadt Nidderau erhofft sich hiermit, ein Vorbild für die Entwicklung von Baugebieten für alle weiteren Kommunen und Landkreise in Bezug auf den nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt zu sein.