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Unternehmensquartier für Nachhaltigkeit, Innovation, Fortschritt und Kooperation

Hattersheim am Main

Detail-Beschreibung

Luftbildaufnahme Gewerbegebiet südlich der Voltastraße in Hattersheim am Main
Quelle: Stadt Hattersheim am Main/Dirk Staudt

Bei dem »Gewerbegebiet südlich der Voltastraße« handelt es sich um eine neue Gewerbefläche in Hattersheim /Metropolregion FrankfurtRheinMain. Die Gesamtgröße des Gewerbegebietes südlich der Voltastraße beträgt brutto 55.000 Quadratmeter. Die für gewerbliche Ansiedlungen zur Verfügung stehende Nettofläche hat eine Größe von gut 40.000 Quadratmeter.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Hattersheim am Main hat bei der Entstehung der neuen Gewerbegebietsflächen neue Wege beschritten und ein Pilotprojekt einer nachhaltigen Entwicklung initiiert. Eine Balance zwischen ökologischem, ökonomischem und sozialem Nutzen wird bei der Entwicklung des Gewerbegebietes zum Ziel gesetzt und somit der Nachhaltigkeit breiter Raum beigemessen. Unter Nachhaltigkeit wird in diesem Zusammenhang ein ganzheitliches Zukunftskonzept verstanden, in dem die wirtschaftliche Tragfähigkeit, die ökologische Verträglichkeit und die soziale Gebrauchsfähigkeit gleichrangig berücksichtigt werden.

Der im Februar 2016 als Satzung beschlossene Bebauungsplan enthält bereits Aspekte der Nachhaltigkeit. Dabei handelt es sich beispielgebend um ein nachhaltiges Wasserkonzept, welches eine private Grünfläche zur Versickerung von Niederschlagswasser vorsieht, eine Dachbegrünung, die Nutzung des Dachflächenregenwassers, wie auch die Sammlung des Niederschlagwassers in Zisternen. Weiterhin ist das Anbringen von Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie (Solarkollektoren und Photovoltaikmodule) möglich. Eine direkt an das Gewerbegebiet angrenzende öffentliche Grünfläche mit einer Größe von gut 6.000 Quadratmetern, als Übergangsfläche zu einer Waldfläche, dient den zukünftig in dem Gewerbegebiet tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Pausenerholungsfläche und sorgt für ein ansprechendes und attraktives Ambiente sowie für ein harmonisches Miteinander des Gewerbegebietes mit der natürlichen Umgebung.

Über die Festlegungen im Bebauungsplan hinaus wurde von Seiten der Behördenleitung und des Magistrats der Stadt Hattersheim am Main der Weg bereitet für ein Pilotprojekt der Entwicklung eines Gewerbegebietes unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit. Auch der Grundstückseigentümer, die Hessische Landgesellschaft mbH (HLG), hat sich erstmalig aktiv in einem Pilotprojekt einer nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung engagiert. Zur Begleitung des Prozesses und zur Erstellung eines Gestaltungshandbuches für ein nachhaltiges Gewerbegebiet wurde die Zero Emission GmbH durch die HLG beauftragt. An einer Innovationswerkstatt Mitte 2016 zu der Entwicklung eines nachhaltigen Gewerbegebietes hatten die Zero Emission GmbH, die seinerzeit amtierende Bürgermeisterin der Stadt Hattersheim am Main, städtische Fachabteilungen (Liegenschaft, Stadtplanung, Wirtschaftsförderung), Regionalverband FrankfurtRheinMain, Hessische Landgesellschaft mbH, DF-P Projektsteuerung, ivm GmbH, region + projekt, RKW Hessen GmbH und Borderstep Institut teilgenommen. Weiterhin hatten Akteure wie Hessen Trade & Invest, Hessisches Umweltministerium, IHK Frankfurt Rhein-Main, Klimaschutzmanager des Main-Taunus-Kreises, Universität Kassel und die Frankfurt University of Applied Sciences Interesse für das Pilotprojekt bekundet.

Am Hessischen Tag der Nachhaltigkeit am 22. September 2016 wurde mittels einer Informationsveranstaltung direkt am zukünftigen Gewerbegebiet – mit guter Resonanz – die Öffentlichkeit, die bereits in der Nachbarschaft ansässigen Firmen, wie auch standortinteressierte Unternehmen und Projektentwickler über die vorgesehene nachhaltige Entwicklung des Gewerbegebietes informiert.

Zwischenzeitlich liegt in der Entwurfsfassung das Gestaltungshandbuch mit dem Titel »Unternehmensquartier für Nachhaltigkeit, Innovation, Fortschritt und Kooperation« vor. Dargelegt werden hierin die Chancen und positiven Aspekte im Zusammenhang von nachhaltigem Bauen und entsprechenden Bebauungskonzepten. Thematisch aufbereitet werden Maßnahmen und Beispiele zu verschiedensten Aspekten wie »Boden und Untergrund«, »Energie- und Gebäudetechnik«, »Freiraum«, »Wasser und Regenwasser«, »Abfall«, »Mobilität« sowie »Kooperation im Gewerbegebiet«.

Im Rahmen der Vermarktung der Gewerbefläche wird standortinteressierten Unternehmen, Projektentwicklern oder Investoren von der städtischen Wirtschaftsförderung ein Interessensbekundungsbogen ausgehändigt. Über Fragen hinaus, welche die vorgesehene Unternehmensform, die Anzahl der Arbeitsplätze oder die Qualifizierung der Beschäftigten betreffen, werden auch unternehmensspezifische Angaben zu einem nachhaltigen Gewerbegebiet mittels einer Befragung in Erfahrung gebracht. Wasserbedarfe, Abfallaufkommen, Energiebedarfe, Umweltbelastungen durch Abgase, Lärm, Staub, Geruch, Abwasser, Verkehr werden dabei abgefragt. Darüber hinaus werden unternehmensspezifische Einschätzungen zu den Bedürfnissen beispielsweise nach Mobilitätskonzepten, Kooperationen im Beschaffungswesen, Energiekonzepten, Gewerbegebiets-Kita, wie auch dem Wunsch nach Energie-Einsparberatungen, in Erfahrung gebracht.

Die Vorteile der Berücksichtigung des Gedankens der Nachhaltigkeit in dem Gewerbegebiet südlich der Voltastraße werden unter anderem darin gesehen:

  • Sicherung des langfristigen Werterhalts der Gewerbeimmobilie und des Gewerbegrundstücks
  • Ökonomische Pluspunkte unter Betrachtung von Lebenszykluskosten
  • Beitrag zur Ressourcenschonung
  • Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
  • Minimierung von Energie- und Wasserverbräuchen
  • Die Innovations-Strahlkraft der ansässigen Unternehmen wird zum Ausdruck gebracht