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CO2-Bilanz in der Region FrankfurtRheinMain


Regionaler CO2-Fußabdruck von Energieerzeugung und -verbrauch

Bis zum Jahr 2050 soll Hessen und damit auch die Region FrankfurtRheinMain klimaneutral sein. Dies bedeutet laut hessischer Regierung, dass die Treibhausgasemissionen um mindestens 90 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden müssen. Welche Anstrengungen nötig sind, um die Treibhausgasemissionen zu verringern, lässt sich durch einen Blick auf den Ist-Zustand der CO2-Emissionen erahnen. Im Durchschnitt ist jeder Einwohner des Regionalverbandes (Einwohnerdaten des Jahres 2015) für einen jährlichen CO2-Ausstoß von mehr als 10 Tonnen verantwortlich – und zwar nur für Energieerzeugung und -verbrauch.


CO2-Bilanz

Die CO2-Bilanz zeigt den Einfluss von Energieerzeugung und -verbrauch auf den CO2-Ausstoß (in Tonnen pro Jahr). Die Quelle ist der Kommunale Energiesteckbrief für den Regionalverband FrankfurtRheinMain. Diesen sowie die Daten für die einzelnen Mitgliedskommunen und Landkreise im Regionalverband finden Sie unter den Kommunalen Energiesteckbriefen und im Klima-Energie-Atlas.

Für die Region wurde eine globale und eine lokale CO2-Bilanz erstellt. Die Unterscheidung besteht darin, dass die globale CO2-Bilanz es ermöglicht, die globalen Gesamtemissionen darzustellen die durch die lokale Energieerzeugung sowie den Energieverbrauch in der Region entstehen. Diese Betrachtung ist aus drei Punkten sinnvoll:

  • Emissionen des Sektors Mobilität sind, im wahrsten Sinne des Wortes, mobil. Eine genaue räumliche Zuordnung ist so gut wie unmöglich.
  • Ein Großteil des in der Region benötigten Stroms wird von außerhalb der Region importiert – die Emissionen der Stromerzeugung entstehen woanders.
  • Bevor Energieträger wie Kohle, Öl und Gas verbrannt werden können, entstehen Emissionen durch Vorketten (siehe unten). Auch erneuerbare Energien haben Vorketten, die Emissionen verursachen.

Um diese Effekte miteinzubeziehen, wurde die globale CO2-Bilanz mithilfe einer Lebenszyklusanalyse (LCA) erstellt. Die hier verwendete Lebenszyklusanalyse beziffert nicht nur die Emissionen, die beim Verbrennen der Energieträger entstehen, sondern auch die Emissionen, die während der Vorketten – also während Förderung, Abbau, Transport und Weiterverarbeitung der Energieträger – bereits entstanden sind.


CO2-Bilanz lokaler Direktemissionen (ohne Vorketten und ohne Mobilität)

Die CO2-Bilanz der lokalen Direktemissionen besteht aus den Emissionen, die durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas sowie die Abfallverbrennung in der Region entstehen. Die lokalen Emissionen sind etwa 13 Prozent niedriger, als diese unter Einbezug ihrer Vorketten (Förderung, Abbau, Transport und Weiterverarbeitung) in der „globalen“ Betrachtung sind. In der Region ist die Verbrennung von Kohle und Erdgas für die meisten Emissionen verantwortlich.

Da der komplette Mobilitätssektor sowie der Anteil des Stroms, der von außerhalb der Region importiert werden muss, von dieser Betrachtung ausgeschlossen sind, zeigt die lokale CO2-Bilanz nur einen Teil der gesamten Emissionen – etwa 48 Prozent. Ein aussagekräftigeres Bild liefert daher die „globale“ CO2-Bilanz auf Basis einer Lebenszyklusanalyse.


CO2-Bilanz globaler Gesamtemissionen (auf Basis einer Lebenszyklusanalyse)

Werden die CO2-Emissionen mit der globalen Lebenszyklusanalyse betrachtet, wird erkenntlich, dass: 

  • Kohle, Erdöl, Erdgas und die Abfallverbrennung für rund 55 Prozent der gesamten Emissionen verantwortlich sind;
  • der Mobilitätssektor mit etwa 27 Prozent der gesamten CO2-Emissionen eine bedeutsame Quelle von Emissionen darstellt;
  • durch den Strom, der importiert werden muss, rund 18 Prozent der gesamten CO2-Emissionen entstehen.

Aus der globalen Lenbenszyklusanalyse wird ebenfalls ersichtlich, dass auch erneuerbare Energien Emissionen verursachen. Deren Anteil an den Gesamtemissionen ist aber verschwindend gering. CO2-Emissionen im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen während der Rohstoffgewinnung oder der Produktion, zum Beispiel einer Windturbine oder eines Photovoltaik-Moduls.

Globale CO2-Bilanz pro Einwohner

Wird die globale CO2-Bilanz durch die Anzahl der Einwohner in der Region FrankfurtRheinMain geteilt (rund 2.319.000 in 2015), ergibt sich ein jährlicher CO2-Ausstoß pro Einwohner von mehr als 10 Tonnen (10,2 Tonnen). Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass diese Bilanz nur die CO2-Emissionen beinhaltet, die durch Energieerzeugung und -verbrauch zustande kommen. Emissionen, die anderweitig entstehen, beispielsweise durch den Nahrungsmittelkonsum, werden nicht erfasst. Die vollständige CO2-Bilanz pro Person liegt also noch höher.