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Energieerzeugung in der Region FrankfurtRheinMain


Übersicht

Die Energieerzeugung im Gebiet des Regionalverbandes reicht nicht aus, um den Verbrauch zu decken. Strom als transportfähige Energieform muss deshalb von außerhalb importiert werden. In der Region selbst wird Energie durch erneuerbare Energien, die Abfallverbrennung, fossile (Heiz-)Kraftwerke sowie durch den fossilen Hausbrand erzeugt.


Datenquelle

Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen zur Strom- und Wärmeerzeugung in der Region. Die Quelle ist der Kommunale Energiesteckbrief für den Regionalverband FrankfurtRheinMain. Diesen sowie die Daten für die einzelnen Mitgliedskommunen und Landkreise im Regionalverband finden Sie unter den Kommunalen Energiesteckbriefen und im Klima-Energie-Atlas.


Mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms musste 2015 importiert werden; der Großteil des Stromverbrauchs basiert auf fossilen Energien

Knapp 58 Prozent des Stroms der 2015 benötigt wurde, um den Stromverbrauch im Verbandsgebiet zu decken, musste von außerhalb der Region importiert werden. Dies entspricht ungefähr 9,5 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a). Der größte verbleibende Anteil der lokalen Stromerzeugung am Stromverbrauch wird durch fossile Kraftwerke gedeckt (rund 34 Prozent oder etwa 5,5 TWh/a). Die lokale Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien hat einen Anteil am Stromverbrauch von etwa 5 Prozent (≈0,8 TWh/a).

 

Der Import-Strom ergibt sich aus der rechnerischen Differenz zwischen Stromverbrauch und lokaler Stromerzeugung. Legt man dem Import-Strom den deutschen Strom-Mix zugrunde und betrachtet nur die fossilen und erneuerbaren Energien, so beträgt der gesamte Anteil der fossilen Stromerzeugung am gesamten Stromverbrauch in der Region etwa 64 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien beträgt circa 22 Prozent. Der Anteil der Kernenergie am deutschen Strom-Mix wird bei dieser Betrachtung nicht hinzugerechnet.



Die meisten Kommunen importieren den Großteil des benötigten Stroms

2_Energieerzeugung_Strom_Import KommunenDie Abbildung verdeutlicht, wie importabhängig viele Mitgliedskommunen für die Deckung ihres Stromverbrauchs sind. Lediglich vereinzelt haben Kommunen lokale Erzeugungskapazitäten, die größere Teile des Stromverbrauchs decken können. Dazu gehören die Kommunen Frankfurt, Rüsselsheim, Offenbach und Großkrotzenburg, in denen fossile Kraftwerke stehen, sowie die Kommunen Schöneck, Karben, Friedberg, Weilrod, Nidderau und Florstadt, in denen die Windenergie Teile des eigenen Stromverbrauchs deckt. Die Kommune Flörsheim am Main kann den eigenen Stromverbrauch durch das Biomassekraftwerk sowie die Deponie- und Biogasanlage Wicker decken.



Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – Biomasse wichtigster Energieträger

Die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deckte im Jahr 2015 mit 840 Gigawattstunden (GWh) rund 5 Prozent des Stromverbrauchs in der Region. Der mit 40 Prozent (≈336 GWh/a) größte Anteil der lokalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien basiert auf Biomasse. Mit einigem Abstand folgen die Photovoltaik mit 29 Prozent (≈244 GWh/a) sowie die Wasserkraft mit etwa 12 Prozent (≈103 GWh/a). Die Windkraft erzeugt etwa 10 Prozent (≈86 GWh/a) des lokalen Stroms. Klär- und Deponiegas haben mit rund 9 Prozent (≈71 GWh/a) den geringsten Anteil an der lokalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.



Entwicklung installierte Leistung erneuerbare Energien (2001 bis 2015)

Im Zeitraum von 2001 bis 2015 wurden die erneuerbaren Energien in der Region stark ausgebaut. Über die letzten fünf Jahre (2010 bis 2015) hat sich die installierte Leistung der erneuerbaren Energien im Verbandsgebiet um knapp 88 Prozent erhöht – von circa 224 Megawatt elektrisch (MWel.) auf etwa 422 Megawatt elektrisch. Besonders stark hat sich dabei der Zubau der Photovoltaik entwickelt, deren installierte Leistung zwischen 2010 und 2015 um mehr als 130 Prozent anstieg (von rund 116 MWel. auf etwa 270 MWel.). Auch die Windkraft erlebte im gleichen Zeitraum einen Leistungszubau von 116 Prozent (von rund 25 MWel. auf etwa 54 MWel.). Die installierte Leistung der Biomasse wuchs zwischen 2010 und 2015 um knapp 17 Prozent (von ungefähr 52 MWel. auf rund 61 MWel.).

 

Insgesamt war 2015 die installierte Leistung der Photovoltaik rund fünf Mal so hoch wie die der Windkraft und betrug etwa 64 Prozent der gesamten installierten Leistung aller erneuerbaren Energien in der Region.



Entwicklung Stromerzeugung erneuerbare Energien (2001 bis 2015)

Gemeinsam mit der installierten Leistung erhöhte sich zwischen 2001 und 2015 auch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Im Vergleich zu 2010 konnte die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von jährlich rund 586 Gigawattstunden (GWh) um etwa 43 Prozent auf etwa 840 GWh 2015 gesteigert werden. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der Photovoltaik-Stromerzeugung, die zwischen 2010 und 2015 um etwa 125 Prozent zunahm (von 108 GWh auf 243 GWh). Die Stromerzeugung aus Wind wurde im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt (von 42 GWh auf 85 GWh).

 

Am meisten Strom wird aber letztendlich mit der Biomasse (siehe auch Abbildung „Lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien“) erzeugt. 40 Prozent der gesamten lokalen erneuerbaren Stromerzeugung basierten 2015 auf diesem Energieträger. Die Stromerzeugung mit Photovoltaik betrug im gleichen Jahr rund 29 Prozent.

Generell sollte beachtet werden, dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien wetterbedingten Schwankungen unterliegt. Diese können jährliche Vergleiche der Stromerzeugung beeinflussen.



Erneuerbare Stromerzeugung in den Kommunen

6_Energieerzeugung_Strom_Erneuerbare_KommunenWährend durch die Photovoltaik in allen Verbandskommunen, mit Frankfurt an der Spitze, Strom erzeugt wird, konzentrieren sich die Standorte der Windenergieanlagen auf den Osten und Nordosten des Verbandsgebietes. Dabei sind Schöneck und Weilrod besonders hervorzuheben. Auch in Karben, Friedberg, Nidderau und Florstadt wird durch den Wind Energie erzeugt.

 

Bei der Wasserkraft sind Standorte am Main wie Maintal, Offenbach, Frankfurt und Hattersheim mit ihren Staustufen Maintal, Offenbach, Schwanheim und Eddersheim im Vorteil. Die Staustufe Kostheim liegt zwar noch auf Hochheimer Gebiet, speist ihren Strom aber in Wiesbaden ein.

 

Zur Stromgewinnung aus Biomasse, Biogas und Deponiegas tragen vor allem die Biomassekraftwerke Wicker und Fechenheim sowie die ebenfalls in Wicker gelegene Bio- und Deponiegasanlage bei.



Der Wärmeverbrauch wird fast komplett durch nicht regenerative Energieträger erzeugt

Der Wärmeverbrauch in der Region betrug 2015 etwa 33 Terawattstunden (TWh). Bei der lokalen Wärmeerzeugung (ohne Wärme aus Strom) spielen nicht regenerative Technologien mit knapp 98 Prozent klar die Hauptrolle (≈32,2 TWh/a). Rund 78 Prozent des Verbrauchs werden fossil als Hausbrand in Gebäuden erzeugt (≈25,5 TWh/a), etwa 17 Prozent in Heizkraftwerken und Feuerungsanlagen (≈5,4 TWh/a) sowie ungefähr 4 Prozent bei der Abfallverbrennung (≈1,2 TWh/a). 

 

Lediglich rund 2 Prozent (≈0,7 TWh/a) des Wärmeverbrauchs werden durch erneuerbare Energien erzeugt.



Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien – Biomasse spielt die Hauptrolle

Nur etwa 2 Prozent des Wärmeverbrauchs wurde 2015 durch erneuerbare Energien in der Region erzeugt. Dies entspricht 735 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a). Davon wird der Großteil, knapp 59 Prozent (≈431 GWh/a), durch Biomasse und Biogas erzeugt (hierunter fallen auch Holz und Reststoffe für den privaten Haushalt, wie zum Beispiel Pellets). Biomasse und Biogas spielen demnach sowohl bei der Strom- als auch bei der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien die bedeutsamste Rolle in der Region. Wärmepumpen und die flache Geothermie (bis 150 Meter tief zum Beispiel mit Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden oder Grundwasserbohrungen) erzeugen etwa 20 Prozent (≈146 GWh/a) der lokalen erneuerbaren Wärme, die Solarthermie ungefähr 8 Prozent (≈60 GWh/a). Durch Klär- und Deponiegas werden rund 13 Prozent (≈92 GWh/a) der lokalen erneuerbaren Wärme erzeugt.



Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien (2001 bis 2015)

Ähnlich wie die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien konnte auch die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien über den Zeitraum von 2001 bis 2015 kontinuierlich gesteigert werden. Über die letzten fünf Jahre (von 2010 bis 2015) erhöhte sich die lokale Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien um etwa 16 Prozent (von 634 GWh/a auf 735 GWh/a), wobei die Steigerung der Erzeugung bei der Solarthermie mit 20 Prozent (von 50 GWh/a auf 60 GWh/a) und bei der Biomasse und Biogas mit etwa 18 Prozent (von 366 GWh/a auf 431 GWh/a) am stärksten waren. Auch der Anteil der Wärmepumpen und flachen Geothermie stieg im selben Zeitraum um rund 17 Prozent (von 124 GWh/a auf 145 GWh/a).

 

Etwa 59 Prozent der gesamten erneuerbaren Wärmeerzeugung in der Region basierte 2015 auf Biomasse und Biogas (siehe Abbildung „Lokale Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien“). Die gesamte Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien in der Region ist mit 735 GWh pro Jahr nur etwa 14 Prozent geringer als die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit 840 GWh pro Jahr.