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Klimaschutz – unverzichtbar


Ein Teil von uns

Ob es uns gefällt oder nicht, unsere Lebensweise und unsere Treibhausgasemissionen sind untrennbar miteinander verbunden. Essen, Wohnen, Fortbewegung oder Freizeit, so gut wie alles, was wir tun, belastet unser Klima. Wenn wir die globale Erwärmung noch auf unter 2 °C begrenzen möchten, haben Wissenschaftler auf Basis der Bevölkerungszunahme bis 2050 für jeden Menschen der Welt ein CO2-Jahresbudget errechnet, das nicht überschritten werden darf. Dieses CO2-Jahresbudget beträgt etwas mehr als 2 Tonnen an CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr [1]. Dieses alles umfassende Jahresbudget ist deutlich weniger, als die rund 10 Tonnen CO2, die momentan in der Region FrankfurtRheinMain nur für Energieerzeugung und -verbrauch benötigt wird – siehe Bereich Energiedaten.

Nicht nur Energieerzeugung und -verbrauch belasten unser Klima, sondern auch viele weitere Aktivitäten, wie zum Beispiel der Konsum von Nahrungsmitteln. Wie ein gesamter CO2-Fußabdruck zu Stande kommt und welche Bereiche großes Potential zur Verringerung der CO2-Emissionen bergen, erfahren Sie hier:

Stellschrauben zur Verringerung unseres gesamten CO2-Fußabdrucks

Durchschnittliche CO2-Emissionen pro Person und Jahr im Vereinigten Königreich (entspricht etwa dem EU-Durchschnitt)


Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck in Europa (inklusive den CO2-Emissionen, die wir durch den Kauf von Produkten, die in anderen Ländern produziert wurden, „importieren“) lag 2011 bei circa 14 Tonnen an CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr [2]. Im Jahr 2011 war ein Inder für einen durchschnittlichen Ausstoß von 1,7 Tonnen an CO2-Äquivalenten pro Jahr verantwortlich, ein Amerikaner für rund 17 Tonnen und ein Deutscher für ungefähr 11 Tonnen [3, 4]. Je nachdem, wie vollständig die Emissionen berücksichtigt werden, variieren diese Zahlen beträchtlich.

Wie schnell man mit einzelnen Handlungen sein eigenes „Jahres-Budget“ beziehungsweise seinen CO2-Fußabdruck erreicht hat oder sogar weit überschreitet, verdeutlicht die Abbildung auf Basis von Daten für einen durchschnittlichen Bürger aus dem Vereinigten Königreich. Die aufgeführten Werte kommen denen eines durchschnittlichen Europäers sehr nahe. Die Gesamt-CO2-Emissionen betragen demnach rund 14 Tonnen pro Person und Jahr, während nur etwas mehr als 2 Tonnen pro Person und Jahr es noch erlauben, das 2-°C-Ziel zu erreichen. Besonders deutlich wird: Neben der Versorgung mit Wärme, sind es vor allem unsere Fortbewegung, insbesondere Reisen mit dem Flugzeug, sowie der Nahrungsmittelkonsum, speziell die Menge an Fleisch und Milchprodukten, die wir verzehren, die unseren CO2-Fußabdruck stark beeinflussen.

Wenn Sie Ihre ganz persönliche CO2-Bilanz berechnen möchten, nutzen Sie beispielsweise den CO2 Rechner des Umweltbundesamtes.


Klimaschutz-High-five

Damit wir uns in einigen Jahrzehnten einen Handschlag zum gelungenen (globalen) Klimaschutz geben können, müssen wir schnellstens:

  1. Kohle, Erdöl und Erdgas nicht mehr zur Energieerzeugung nutzen;
  2. Energie einsparen und die Energieeffizienz erhöhen;
  3. Erneuerbare Energien im Strom-, Wärme-/Kühlungs- und Mobilitätsbereich nutzen;
  4. Noch nicht vermeidbare Emissionen kompensieren;
  5. „Speicher“ für Kohlenstoff (Kohlenstoffsenken), wie zum Beispiel Wälder und Moore, verstärkt schützen, renaturieren und aufforsten.


Wenn wir nicht gegensteuern, wird es teuer

Die Klimaschutzkosten sind im Vergleich zu den Kosten, die durch Klimaschäden entstehen, äußerst gering. Durch den extremen Hitzesommer des Jahres 2003 entstanden in der EU Schätzungen zufolge Schäden in Höhe von 10 bis 17 Milliarden Euro [5]. Die globalen ökonomischen Schäden durch extreme Wetterereignisse haben sich in den letzten drei Jahrzehnten laut Daten von Rückversicherern um den Faktor 15 vervielfacht [5].

In der Zukunft werden die Schadenskosten noch viel drastischer in die Höhe schießen. Im „Stern Review on the Economics of Climate Change“ wurden die globalen Kosten des Klimaschutzes auf circa 2 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP) beziffert. Wie gering diese Kosten im Vergleich zu den langfristigen Kosten der wahrscheinlichen Schäden sind, verdeutlicht die folgende Abbildung. Sie zeigt das Szenario „High Climate, market impacts + risk of catastrophe + non-market impacts“ sowie den Wertebereich (blauer Bereich) des 5ten bis 95ten Perzentils.


In 2200 können die durchschnittlichen Schäden bis zu 13,8 Prozent des globalen BIP pro Kopf betragen. Werden weitere Risiken und Folgen mit eingerechnet, können die Schäden sogar die Marke von 20 Prozent des globalen BIP pro Kopf übersteigen [6]. Dieser Betrag ginge somit durch den Klimawandel jedes Jahr verloren. Unsere jetzigen Klimaschutz-Versäumnisse werden zukünftige Generationen teuer zu zahlen haben.

Dabei brauchen wir nicht mal sehr weit in die Zukunft zu blicken. Sollten wir so weiter machen wie bisher und die globale Durchschnittstemperatur der Erde um mehr als 4 °C erhöhen, könnten sich die Kosten der Auswirkungen des Klimawandels laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung schon bis zum Jahr 2050 auf insgesamt knapp 800 Milliarden Euro nur in Deutschland belaufen [7, 8]. Bis zum Jahr 2100 könnte die Summe sogar auf 3 Billionen Euro steigen [7, 8]. 


Quellen

[1] Messner, D., Schnellnhuber, J., Rahmstorf, S., Klingenfeld, D. (2010). The budget approach: A framework for a global transformation toward a low-carbon economy. Renewable Sustainable Energy, 2, 031003.

[2] Goodall, C. (2010). How to live a low-carbon life: the individual’s guide to tackling climate change. London: Earthscan.

[3] World Bank. (2016). CO2 emissions (metric tons per capita). Abgerufen am 30.03.2016 von: http://data.worldbank.org/indicator/EN.ATM.CO2E.PC

[4] Umweltbundesamt. (2015). Europäischer Vergleich der Treibhausgas-Emissionen. Abgerufen am 30.03.2016 von: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/treibhausgas-emissionen/europaeischer-vergleich-der-treibhausgas-emissionen

[5] Kemfert, C. (2007). Die Kosten des Klimawandels. Der Mensch heizt die Erde auf – was muss er dafür zahlen? Internationale Politik (IP) 2, Februar 2007, S. 38-45.

[6] Stern, N. H. (2007). The economics of climate change: The Stern review. Cambridge, UK: Cambridge University Press.

[7] Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). (2005). Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten. DIW Wochenbericht, Nr. 12-13/2005, 72. Jahrgang / 23. März 2005. 

[8] Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). (2007). Klimawandel kostet die deutsche Volkswirtschaft Milliarden. DIW Wochenbericht, Nr. 11/2007, 74. Jahrgang / 14. März 2007.