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Wärme

 

Die regionale Energiewende braucht eine Wärmewende

Wer an die Energiewende denkt, hat vermutlich Windkraft- oder Photovoltaikanlagen vor Augen. Dabei ist der Verbrauch von Wärme – zur Beheizung von Räumen, der Erwärmung von Wasser oder für technische Verfahren (Prozesswärme) – der größte Energieverbraucher von allen.

Im Regionalverband FrankfurtRheinMain wurden im Jahr 2015 etwa 47 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs benötigt, um Wärme bereitzustellen. Zum Vergleich: 23 Prozent wurden als Strom verbraucht und 30 Prozent durch den Sektor Mobilität. Mehr dazu erfahren Sie im Bereich Energiedaten.

Auch der durchschnittliche Energieverbrauch deutscher Haushalte zeigt: Über 80 Prozent der gesamten Energie wird zum Heizen und für die Warmwasserbereitstellung benötigt [1].

Den Wärmeverbrauch zu reduzieren ist deshalb von großer Bedeutung, um deutsche und hessische Energie- und Klimaziele zu erfüllen. Ansatzpunkte, die erhebliches Einsparpotenzial bieten, sind:

  • Sanierung von Gebäuden und energieeffizienter Neubau
  • Optimierung von Prozessen (meist in der Industrie)
  • Nutzung von erneuerbaren Energien (z. B. Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasse, Biogas)
  • Gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung)
  • Nutzung von Wärmespeichern (kurzzeitig und saisonal, siehe unten)

Wie die Auflistung zeigt, besteht ein großes Potential zur Einsparung von Wärme in Privathaushalten. Die Übersicht zu Beratungs- und Fördermöglichkeiten hilft, passende Beratungsangebote sowie Finanzierungsmöglichkeiten und Förderungen zu finden.

Warum ein Blick in die Heizungskeller lohnt

Die Modernisierung oder der Austausch alter Heizungsanlagen, vorzugsweise gegen Anlagen basierend auf erneuerbaren Energien, ermöglicht eine schnelle Verringerung der CO2-Emissionen in der Wärmebereitstellung.

Wie wichtig dies ist, zeigen die Zahlen: Rund 76 Prozent des Wärmeverbrauchs in der Region FrankfurtRheinMain wird durch den fossilen Hausbrand gedeckt, siehe Bereich Energiedaten.

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. sind mehr als 30 Prozent aller Heizungen im deutschen Gebäudebestand 20 Jahre oder älter. Solche Heizungen arbeiten nach heutigen Standards sehr ineffizient und stoßen viel CO2 aus. Schwerwiegend kommt hinzu, dass der Großteil der Heizungen in Deutschland, rund 75 Prozent, Öl oder Gas verbrennen [2].

Für den Wärmebereich gilt wie für alle anderen Bereiche der Energiewende ebenfalls, dass neue Technik und Verhaltensänderungen sich ergänzen. So reduziert sich beispielsweise für jedes Grad Celsius weniger im Raum, der Energieverbrauch der Heizung und entsprechend auch die Kosten um circa 6 Prozent [3].


Wärmstens zu empfehlen: geteilte (erneuerbare) Wärme

Wärmenetze transportieren Wärme vom Erzeuger zum Verbraucher. Die Wärme stammt dabei zum Beispiel aus Kraftwerken die mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Energie in Strom und Wärme umwandeln. Auch Wärme, die bei industriellen Prozessen entsteht, kann durch Wärmenetze verteilt- und dadurch woanders weiter genutzt werden.

Neben dem konventionellen Aufbau von Wärmenetzen werden (kleinere) KWK-Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien immer populärer. Damit lassen sich zum Beispiel Stadtteile oder eine Nachbarschaft mit erneuerbarer Energie, also mit Strom und Wärme, versorgen. Besonders geeignete Energiequellen sind Biomasse, Geothermie (Wärmepumpen) und Solarthermie. Unterstützung für Kommunen bietet der Leitfaden zum Aufbau von Wärmenetzen [1,7 MB].


Wärme aus dem Sommer „aufbewahrt“ für den Winter

Wärme zu speichern wird ein wichtiger Bestandteil der (zukünftigen) erneuerbaren Wärmeversorgung – auf Tagesbasis aber auch saisonal. Kleinere Warmwasserspeicher können die über den Tag gewonnene Wärme aus Solarthermie Anlagen speichern, damit diese abends genutzt werden kann. Saisonalen Speichern, wie unterirdische Aquifere, kann im Sommer Wärme zugeführt werden, um diese im darauffolgenden Winter, zum Beispiel über Fernwärmenetze, wieder abzugeben. Verschiedenste Techniken zur täglichen und saisonalen Speicherung von Wärme sind bereits erprobt und werden erfolgreich eingesetzt. Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie auch mit Eis heizen können?

Regionale Projekte mit Strahlkraft

Wie moderne Technik den Wärmeverbrauch von Gebäuden stark reduziert- und erneuerbare Energien den kompletten Wärmebedarf abdecken können, zeigen die Klima-Energie-Projekte mit Beispielen aus der Region.


Quellen

[1] Umweltbundesamt. (2015). Endenergieverbrauch der Haushalte. Abgerufen am 30.03.2016 von: https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/energieverbrauch-der-privaten-haushalte

[2] Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (2015). Wie heizt Deutschland? BDEW-Studie zum Heizungsmarkt. Berlin: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.

[3] Bundesregierung. (2014). Ratgeber Energie. So gelingt die Energiewende im Alltag. Berlin: Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung.