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Folgen des Klimawandels in Hessen


Forschung zum Klimawandel und seinen Auswirkungen

Ein Großteil der unten beschriebenen Folgen des Klimawandels in Hessen (bis Mitte oder Ende des Jahrhunderts) basiert auf den Erkenntnissen von Forschungsprojekten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie.


Mögliche Folgen in Hessen:


Menschliche Gesundheit

  • Zunahme von Sonnenbrand und Hautkrebs durch verstärkte UV-Einstrahlung
  • Belastung des Herz-Kreislaufsystems, vor allem älterer und kranker Menschen
  • Vermehrt Todesopfer durch Hitzebelastungen
  • Erhöhte Verletzungs- und Todesgefahr durch Extremwetterereignisse
  • Erhöhte Verbreitung von krankheitsübertragenden Tieren wie Zecken oder Mücken
  • Erhöhte Verbreitung von Infektionskrankheiten
  • Zunehmende Infektionsgefahr über Trinkwasser und Badegewässer nach Überschwemmungen
  • Erhöhtes Risiko, dass schädliche Keime sich durch die Erwärmung offener Gewässer ausbreiten
  • Erhöhte Belastung der Luft mit schädlichen Partikeln (zum Beispiel bodennahes Ozon und Stickoxide)
  • Zunahme von allergischen Erkrankungen durch vermehrtes Auftreten von Pollen und Sporen sowie Schädlingen (zum Beispiel Eichenprozessionsspinner oder Milben)
  • Verringerte Produktivität

Landwirtschaft

  • Generell werden in den kommenden fünf Dekaden sinkende Erträge sowie eine hohe jährliche Variabilität der Erträge erwartet; die Bandbreite liegt bei –40 Prozent bis +20 Prozent; bei Raps gehen die Erträge voraussichtlich um bis zu 14 Prozent zurück, bei Weizen um 10 Prozent; Ertragssteigerungen sind auch möglich, zum Beispiel um 5 Prozent bei Mais und Zuckerrüben
  • Phänologische Phasen, zum Beispiel der Blühbeginn, verfrühen sich
  • Die Bodenerosion in Hessen erhöht sich um 10 Prozent (beispielsweise durch lange Trockenperioden und Starkniederschläge)
  • Grünfutter, als Grundlage für die Milchwirtschaft, könnte in besonders trockenen und heißen Jahren knapp werden
  • Im Boden gespeicherter Kohlenstoff kann als CO2 verstärkt in die Atmosphäre gelangen
  • In den Weinregionen Hessens kann sich der Weincharakter der Rebsorten verändern
  • Obst kann durch Spätfröste, Hagel und Sonnenstrahlung (Verbrennung) vermehrt geschädigt werden
  • Potenzielle Anbaugebiete wandern zwischen 200 und 400 Kilometer nordwärts und verschieben sich zwischen 100 und 150 Meter in die Höhe

Forstwirtschaft

  • Höhere Temperaturen und sommerliche Trockenperioden bedrohen flach wurzelnde Bäume wie die Fichte
  • Die Erosion steigt stark an (zum Beispiel durch lange Trockenperioden und Starkniederschläge)
  • Wie bei den landwirtschaftlich genutzten Flächen kann im Boden gespeicherter Kohlenstoff, auch in Wäldern, als CO2 verstärkt in die Atmosphäre gelangen
  • Die Waldbrandgefahr steigt
  • Der Schädlingsbefall steigt

Ökosysteme, Biodiversität und Wasser

  • Bedingt durch Niederschlagsveränderungen können sich die Pegelstände der Flüsse im Sommer verringern und im Winter erhöhen
  • Die Grundwasserstände können sich regional durch größere Neubildungsraten erhöhen; im Sommer, wenn Wasser gebraucht wird, aber auch abnehmen
  • Lokale Einschränkungen der Wasserversorgung im Sommer sind möglich
  • Phänologie von Pflanzen und Tieren, zum Beispiel Blühbeginn, Eiablage oder Erwachen, verfrühen sich
  • Verbreitungsgebiete von Tier- und Pflanzenarten verschieben sich nach Norden und in die Höhenlagen
  • Tierarten, die sich nicht schnell genug an den Klimawandel anpassen können oder ihre Lebensräume nicht schnell genug in Richtung Norden verlagern können, werden aussterben; besonders feuchtigkeitsliebende und an kühle Standorte gewöhnte Pflanzen und Tiere werden dem Klimawandel vermehrt zum Opfer fallen
  • Feuchte Grünland- und Waldgesellschaften in den Mittelgebirgen sowie Moore und andere Feuchtgebiete sind verstärkt bedroht
  • Räuber-Beute Beziehungen verändern sich
  • Neue Arten wandern nach Hessen ein und treten in Konkurrenz zu existierenden Arten
  • Anstieg des Schädlingsbefalls

Infrastruktur, Mobilität, Energie

  • Extreme Niedrigwasserstände im Sommer behindern die Schifffahrt und den Betrieb von Großkraftwerken oder können diese gänzlich zum Erliegen bringen
  • Infrastrukturschäden und Ausfälle (oder sogar Zerstörung) kompletter Infrastrukturen sowie Verkehrsstillstände werden durch extreme Wetterereignisse, zum Beispiel Sturm, heftige Niederschläge, Überschwemmungen oder extreme Temperaturen vermehrt vorkommen


Auch globale Entwicklungen haben Folgen in Hessen

Die zukünftigen Veränderungen des Klimas in Hessen werden weitreichende Folgen für Menschen, alle anderen Lebewesen und die natürlichen Systeme haben, auf denen alles Leben basiert. Daneben sollten wir bedenken, dass der Klimawandel global auftritt. Der Meeresspiegelanstieg, das Zusammenbrechen der Landwirtschaft in anderen Regionen unserer Welt oder neu entstehende Migrationsbewegungen von Menschen, die vor dem Klimawandel in ihrer Heimat flüchten müssen, werden auch Hessen und die Region FrankfurtRheinMain beeinflussen.