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Regionales Energiekonzept Frankfurt­RheinMain


„FrankfurtRheinMain – 100 % energieeffizient und erneuerbar”

Dieses Ziel verfolgen die Stadt Frankfurt am Main und der Regionalverband FrankfutRheinMain. Mit vereinten Kräften streben sie an, dass die gesamte Region sich bis zum Jahr 2050 in eine klimaneutrale Gesellschaft verwandeln soll. Ein ambitioniertes Vorhaben, das die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Akteure auf allen Ebenen erfordert. Mit dem Regionalen Energiekonzept wird diese Zusammenarbeit auf der regionalen Ebene organisiert.


Aktueller Stand

Nachdem eine Regionale Datenbasis erarbeitet und ein Beteiligungsverfahren durchgeführt wurden (siehe unten), bilden nun die Ergebnisse wichtige Bausteine des Gesamtkonzeptes. Dieses wird unter anderem darlegen, wie die Strategie- und Maßnahmenvorschläge, die während des Beteiligungsverfahrens von Experten erarbeitet wurden, zum Gelingen der Energiewende in der Region beitragen können. Für die Akteure in der Region gilt es Ziele zu vereinbaren und Beschlüsse zu fassen – auch gegebenenfalls zur Selbstverpflichtung. Die realisierten Maßnahmen sollen folglich auch als Vorbilder für weitere Umsetzungen in der Region dienen.
Der Regionalverband beginnt entsprechend dem Beschluss der Verbandskammer vom 14. Dezember 2016 mit folgenden Maßnahmen:

Aufbau und Pflege eines regionalen Energiemonitorings und Berichtswesens

Die regionale Energiedatenbasis für das Verbandsgebiet sowie ausgewählte Inhalte der Energiesteckbriefe sind kartographisch dargestellt und werden weiter zum Energiemonitoring ausgebaut. Zusätzlich werden Befragungsergebnisse der Kommunen und Kreise zu Energie-/Klimaaktivitäten in die Auswertungen einbezogen. Diese Daten werden fortlaufend aktualisiert.

einskommafünfgrad. Klima-und Energie-Projekte in FrankfurtRheinMain erleben

Durch das Vorhaben soll die zukunftsfähige Energieversorgung der Region erfahrbar gemacht werden. Ein Konzept mit Projekten zu unterschiedlichen Themen der Energiewende in der Region wird hierfür erarbeitet (Workshop mit Kommunen). Im Internet und mit Printmedien sollen die wesentlichen Inhalte dargestellt werden. Weitere Projekte sollen sukzessive ergänzt werden. Erste Gespräche mit Projektpartnern wurden hierzu bereits erfolgreich geführt.

Toggler geschlossen  10.000 Dächer für die Energiewende

Unterstützung der Kommunen bei einer Erstellung integrierter energetischer Stadtentwicklungskonzepte und energetischer Quartierskonzepte

 Die Kommunen sollen bei der Erstellung und Umsetzung von integrierten energetischen Stadtentwicklungskonzepten und von Sanierungsfahrplänen (und bei der intensiveren Nutzung von Förderprogrammen in der Region) durch den Regionalverband unterstützt werden.

Entwicklung nachhaltiger Gewerbegebiete

Es ist geplant, drei Pilotgebiete in der Region zu entwickeln. Daraus sollen übertragbare Prinzipien für die gesamte Region abgeleitet werden (Baukonzepte nach Prinzipien des nachhaltigen Bauens, Aufzeigen von Potenzialen der Energie- und Gebäudetechnik, etc.). Die Arbeiten an ersten Pilotgebieten in Hattersheim und Frankfurt haben bereits 2016 begonnen.

Toggler geschlossen  Sharing-Angebote ausweiten

Bei einem Vernetzungstreffen der Akteure am 28. Juni 2017 wurde der aktuelle Arbeitsstand der Maßnahmen aus dem Beteiligungsverfahren besprochen. Die Ergebnisse wurden in einem Protokoll [PDF: 1,2 MB] zusammengestellt.

Für das Klimaschutzteilkonzept »Klimagerechtes Flächenmanagement« wurde Ende Januar 2017 ein Abschlussbericht vorgelegt.

Auch bei der Umsetzung der Maßnahme »Ausbau Radschnellwegeverbindungen« geht es voran. Geplant wird aktuell u. a. der Bau des Radschnellweges Frankfurt-Maintal-Hanau.  

Arbeitsbericht REKFRM

Broschüre REKFRM

 

Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens wurden in einem Arbeitsbericht [PDF: 8 MB] sowie einer Broschüre [PDF: 2,1 MB] dokumentiert und bilden gemeinsam mit den bereits erhobenen Datengrundlagen das Gerüst für die Konzepterstellung.

Vorangegangene Arbeiten 

Der Prozess zur Erarbeitung des Regionalen Energiekonzeptes gliedert sich in drei Phasen. Der aktuellen Formulierung des Konzeptes sind die Erstellung einer Regionalen Datenbasis und die Beteiligungsphase vorangegangen:


Erste Phase – Regionale Datenbasis
Stadt und Region haben ab 2013 erste Bausteine für das Regionale Energiekonzept erstellt:


Hier finden Sie die Praxisleitfäden Klimaschutz in der Stadtplanung und Aufbau von Wärmenetzen sowie die Energiesteckbriefe.


Zweite Phase – Beteiligungsverfahren

Der Wandel einer Großstadt und Region hin zu einer Gesellschaft die zu „100 % effizient und erneuerbar energieversorgt” ist, kann nur gemeinsam mit den Kommunen sowie den lokalen Organisationen und Unternehmen gelingen. Zu Beginn der Beteiligungsphase wurden darum fünf strategische Handlungsfelder definiert, die durch sogenannte Strategiegruppen bearbeitet wurden. Diese sind:

Um für jedes Kernthema eine Strategiegruppe zu gründen, wurden regionale Institutionen und Einzelpersonen mit Fachkompetenz ermittelt und zur Mitarbeit eingeladen. Unternehmen der Wirtschaft zählten ebenso dazu wie Mitarbeiter aus der Verwaltung von Kommunen und Landkreisen sowie Verbände, Vereine, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler und bereits bestehende Organisationsstrukturen und Netzwerke.

Insgesamt beteiligten sich etwa 100 Institutionen mit rund 150 Experten am Prozess. Jede Strategiegruppe traf sich sechsmal über einen Zeitraum von etwa einem Jahr. In einem moderierten Verfahren wurden gemeinsame Ziele und Erfordernisse diskutiert und zusammengetragen.

Die Mitglieder der Strategiegruppen bei der Zwischenkonferenz (Foto: Salome Rössler)

Die in den Gruppen erarbeiteten Strategien und Maßnahmen orientieren sich an den bestehenden energiepolitischen Zielen für das Jahr 2050 [PDF: 567 KB]. Darüber hinaus formulierten die Akteure projektbezogene Rahmenbedingungen für die regionale, Landes-, Bundes- und EU-Ebene, welche für die Umsetzung der Maßnahmenvorschläge hilfreich oder notwendig sind.  

Die Ergebnisse der einjährigen Arbeit wurden am 25. November 2015 während der Abschlussveranstaltung der Beteiligungsphase in der Deutschen Nationalbibliothek präsentiert. 

Die Abschlussveranstaltung am 25. November 2015


Hintergrundinformationen

Die Erarbeitung des Regionalen Energiekonzeptes FrankfurtRheinMain geschieht vor dem Hintergrund bereits bestehender Rahmenbedingungen in Hessen und der Region. Welche diese sind und warum der Regionalverband ein Regionales Energiekonzept erstellt, erfahren Sie hier: 

Rahmenbedingungen für das Regionale Energiekonzept

Hessen
Das Bundesland Hessen hat das Ziel, bis 2050 den Strom- und Wärmebedarf vollständig mit erneuerbaren Energien zu decken. Außerdem sollen bis 2050 die Treibhausgasemissionen um mindestens 90 Prozent unter denen im Jahr 1990 liegen. Weiteres hierzu erfahren Sie im Bereich Politische Rahmenbedingungen.


Stadt Frankfurt am Main

Die Stadt Frankfurt am Main hat in einem Masterplan erarbeitet, wie die Energieversorgung Frankfurts bis zum Jahr 2050 zu 100% auf die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien umgestellt werden kann. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen des „Masterplans 100% Klimaschutz" unterstützt. Die Ziele Frankfurts lassen sich nur in Zusammenarbeit mit der Region lösen.


Region FrankfurtRheinMain

Auch in der übrigen Region FrankfurtRheinMain gibt es bereits zahlreiche energiepolitische Zielsetzungen, die auf der Ebene der Landkreise, Städte und Gemeinden beschlossen wurden. Viele Kommunen sind darüber hinaus Verpflichtungen durch den Beitritt in Bündnisse eingegangen, wie zum Beispiel dem Klimabündnis, Konvent der Bürgermeister und 100 Kommunen für den Klimaschutz . Ein gemeinsames Ziel für die Region wurde bisher noch nicht beschlossen. Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, sind innovative Ansätze und Geschäftsmodelle sowie neue Partnerschaften in der Region erforderlich.

Warum erstellt der Regionalverband das Regionale Energiekonzept?

Bedeutung der Region
Auf der regionalen Ebene dienen Energiekonzepte als Integrationsmittel für die Aktivitäten von „oben” (EU-, Bundes- und Landesebene) und „unten” (Kommunen). Sie sind eine wichtige Ergänzung kommunaler Konzepte, da die Handlungsmöglichkeiten einzelner regionaler Akteure und Kommunen über Grenzen hinweg beschränkt sind.

In der Region FrankfurtRheinMain steuert und koordiniert der Regionalverband FrankfurtRheinMain die Entwicklung. In den Bereichen Energie und Klimaschutz stehen dazu zwei Instrumente zur Verfügung: die formelle Planung und informelle Aktivitäten (wie beispielsweise das Regionale Energiekonzept).


Formelle Planung

Die formelle Planung bezieht sich auf die raumwirksamen Elemente der Energiewende: Der Regionale Flächennutzungsplan (RegFNP) konkretisiert Ziele und Grundsätze der Landesplanung, nimmt Belange der Fachplanungen auf und bindet kommunale Entwicklungsinteressen mit großräumiger Wirkung für unser Plangebiet ein.

Die Regionalversammlung Südhessen und die Verbandskammer des Regionalverbands haben die Erarbeitung eines Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien beschlossen, der die im gültigen RegFNP getroffenen Zielaussagen und Plandarstellungen zum Thema Energie (Text Kapitel 8.2) ersetzt. Der Sachliche Teilplan Erneuerbare Energien wird dazu vor allem Vorranggebiete für Windenergienutzung sowie Ziele und Grundsätze zu den übrigen erneuerbaren Energien formulieren. Nicht flächenrelevante Arten der erneuerbaren Energien und andere Aspekte der Energiewende, wie zum Beispiel Energieeinsparung und -effizienz, sind durch das formelle Instrumentarium der Planung jedoch kaum steuerbar. 


Regionales Energiekonzept

Das Regionale Energiekonzept soll daher die formelle Planung ergänzen und sich insbesondere auf die Zusammenarbeit von öffentlichen Stellen, der Wirtschaft sowie der Vereine, Verbände, Genossenschaften etc. konzentrieren.

Grundsätzlich ist die Arbeit am Regionalen Energiekonzept FrankfurtRheinMain dabei so angelegt, dass während der Konzeptphase das konkrete und aktuelle Handeln nicht beeinträchtigt wird. Schon bei der Erarbeitung der ersten Konzeptbausteine ab 2013 wurden Projekte realisiert, etwa die Praxisleitfäden und die Energiesteckbriefe. Dies wird auch beim weiteren Erstellungs- und Fortschreibungsprozess so fortgeführt werden.