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Globale Rahmenbedingungen


Das internationale 1,5-°C- und 2-°C-Ziel

Die internationale Staatengemeinschaft hat das Ziel, die globale Durchschnittserwärmung auf unter 2 °C im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung zu begrenzen. Dadurch sollen sich menschliche und natürliche Systeme noch an den Klimawandel anpassen können und gleichzeitig die Risiken einer gefährlichen, möglicherweise sogar katastrophalen Veränderung unserer Umwelt reduziert werden. 

Auf der 21. Konferenz der Vertragsparteien (siehe unten) Ende 2015 in Paris verständigte man sich nach Drängen der vom Meeresspiegelanstieg besonders bedrohten Inselstaaten darauf, zu versuchen, die globale Durchschnittserwärmung noch auf 1,5 °C zu begrenzen.

Zeitstrahl mit wichtigen Ereignissen der internationalen Klimaschutzbemühungen


UN-Klimarahmenkonvention

1994 trat die UN-Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change – UNFCCC) in Kraft. In dieser beraten beigetretene Staaten, wie die globale Erhöhung der Durchschnittstemperatur begrenzt werden kann und wie mit den Folgen des Klimawandels umgegangen werden soll. Sie haben sich dabei auch verpflichtet, Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Angriff zu nehmen.

Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll ist ein an die Klimarahmenkonvention angebundener internationaler Vertrag, der in der japanischen Stadt Kyoto abgeschlossen wurde. Der Vertrag legte zum ersten Mal rechtlich bindende Emissionsreduzierungen für entwickelte Länder (sogenannte Annex-B-Länder) fest. Das Protokoll ist aufgeteilt in die zwei Verpflichtungszeiträume 2008 bis 2012 und 2013 bis 2020.

Während des ersten Verpflichtungszeitraumes (2008 bis 2012) sollten die Treibhausgasemissionen der entwickelten Länder um 5 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 gesenkt werden. Die gesamte EU verpflichtete sich zu einer Reduktion von 8 Prozent, welche wiederum auf alle damaligen EU-Mitgliedsstaaten verteilt wurde. Deutschland musste seine Emissionen um 21 Prozent senken. Sowohl das EU-Ziel als auch das deutsche Ziel wurden bis 2012 erreicht [1].

In der zweiten Verpflichtungsperiode (2013 bis 2020) hat die EU einer Verringerung der Emissionen um 20 Prozent gegenüber 1990 zugestimmt.

Konferenz der Vertragsparteien

Die Konferenz der Vertragsparteien (Conference of the Parties – COP) ist das höchste Entscheidungsgremium der Klimarahmenkonvention. Alle Staaten, die der Klimarahmenkonvention beigetreten sind, können an den Konferenzen teilnehmen. Bei den jährlichen Konferenzen wird die Umsetzung der Konvention und anderer rechtlicher Instrumente (zum Beispiel das Kyoto Protokoll) überprüft und nachgegangen, ob durch die eingeleiteten Maßnahmen die Ziele erreicht werden können.

Ergebnisse der COP Ende 2015 in Paris – Paris-Übereinkommen

  • 195 Länder haben sich erstmals auf ein rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt (Paris agreement)
  • Die globale Durchschnittserwärmung soll auf deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden
  • Die Absicht ist, die Erwärmung auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu beschränken
  • Der Höchststand der globalen Treibhausgasemissionen soll so schnell wie möglich erreicht werden
  • Schnelle Emissionsreduktionen sollen danach, in Übereinstimmung mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, folgen
  • Alle fünf Jahre kommen die Regierungen zusammen, um ehrgeizigere Ziele festzulegen, je nach aktuellem Stand der Wissenschaft
  • Das Paris-Übereinkommen trat am 04. November 2016 in Kraft (mehr als 55 Staaten, die zusammen für mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, mussten dafür das Übereinkommen ratifizieren) [2, 3]
  • 170 der insgesamt 197 Vertragsparteien haben das Paris-Übereinkommen bisher ratifiziert (Stand 4. Quartal 2017) [4]

Das IPCC

Das Zwischenstaatliche Expertengremium für Klimaänderungen/-wandel (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) ist die internationale Organisation für die wissenschaftliche Bewertung des Klimawandels. Das IPCC besteht seit 1988 und ist Teil der Weltorganisation für Meteorologie. 

Das IPCC erstellt keine eigenen wissenschaftlichen Arbeiten, sondern sammelt, überprüft und bewertet die aktuellsten wissenschaftlichen Arbeiten zum Klimawandel und dessen möglichen Folgen. Wissenschaftler aus allen Ländern tragen freiwillig zur Arbeit des IPCC bei. Nach intensiven Überprüfungsprozessen durch Wissenschaftler, aber auch von Regierungen, publiziert das IPCC die sogenannten Evaluierungsberichte (assessment reports). Diese zeigen den möglichst aktuellen Stand der Wissenschaft auf dem Gebiet des Klimawandels sowie dessen Folgen und liefern der Klimarahmenkonvention eine Grundlage für Entscheidungen.

Die Evaluierungsberichte sind vermutlich die am genauesten geprüften Dokumente der Geschichte. Hier finden Sie die Zusammenfassung für Entscheidungsträger des fünften Evaluierungsberichtes (AR 5) des IPCC.

 

Quellen

[1] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. (2015). Kyoto-Protokoll. Abgerufen am 09.05.2016 von: http://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/kyoto-protokoll/

[2] European Commission. (2016). Paris Agreement. Abgerufen am 09.05.2016 von: http://ec.europa.eu/clima/policies/international/negotiations/paris/index_en.htm

[3] United Nations Conference on Climate Change – COP 21. (2016). Paris Agreement Text. Abgerufen am 09.05.2016 von: http://www.cop21.gouv.fr/en/

[4] UNFCCC. (2017). Paris Agreement - Status of Ratification. Abgerufen am 04.12.2017 von: http://unfccc.int/paris_agreement/items/9444.php