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Energieerzeugung in der Region FrankfurtRheinMain


Übersicht

Die Energieerzeugung im Gebiet des Regionalverbandes reicht nicht aus, um den Verbrauch zu decken. Strom als transportfähige Energieform muss deshalb von außerhalb importiert werden. In der Region selbst wird Energie durch erneuerbare Energien, die Abfallverbrennung, fossile (Heiz-)Kraftwerke sowie durch den fossilen Hausbrand erzeugt.


Datenquelle

Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen zur Strom- und Wärmeerzeugung in der Region. Die Quelle ist der Kommunale Energiesteckbrief für den Regionalverband FrankfurtRheinMain. Diesen sowie die Daten für die einzelnen Mitgliedskommunen und Landkreise im Regionalverband finden Sie unter den Kommunalen Energiesteckbriefen und im Klima-Energie-Atlas.


Mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms musste 2016 importiert werden; der Großteil des Stromverbrauchs basiert auf fossilen Energien

Knapp 55 Prozent des Stroms der 2016 benötigt wurde, um den Stromverbrauch im Verbandsgebiet zu decken, musste von außerhalb der Region importiert werden. Dies entspricht ungefähr 9 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a). Der größte verbleibende Anteil der lokalen Stromerzeugung am Stromverbrauch wird durch fossile Kraftwerke gedeckt (36 Prozent oder ≈ 6 TWh/a). Die lokale Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien hat einen Anteil am Stromverbrauch von 5 Prozent (≈ 0,9 TWh/a).

Der Import-Strom ergibt sich aus der rechnerischen Differenz zwischen Stromverbrauch und lokaler Stromerzeugung. Legt man dem Import-Strom den deutschen Strom-Mix zugrunde und betrachtet nur die fossilen und erneuerbaren Energien, so beträgt der gesamte Anteil der fossilen Stromerzeugung am gesamten Stromverbrauch in der Region etwa 66 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien beträgt circa 21 Prozent. Der Anteil der Kernenergie am deutschen Strom-Mix wird bei dieser Betrachtung nicht hinzugerechnet.



Die meisten Kommunen importieren den Großteil des benötigten Stroms

2_2016_Energieerzeugung_Strom_Import Kommunen
Die Abbildung verdeutlicht, wie importabhängig viele Mitgliedskommunen für die Deckung ihres Stromverbrauchs sind. Lediglich vereinzelt haben Kommunen lokale Erzeugungskapazitäten, die größere Teile des Stromverbrauchs decken können. Dazu gehören die Kommunen Frankfurt, Rüsselsheim, Offenbach und Großkrotzenburg in denen fossile Kraftwerke stehen, sowie die Kommunen Schöneck, Karben, Friedberg, Weilrod, Nidderau und Florstadt, in denen die Windenergie Teile des eigenen Stromverbrauchs deckt. Die Kommune Flörsheim am Main kann den eigenen Stromverbrauch durch das Biomassekraftwerk sowie die Deponie- und Biogasanlage Wicker decken.



Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – Biomasse wichtigster Energieträger


Die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deckte im Jahr 2016 mit 865 Gigawattstunden (GWh) rund 5 Prozent des Stromverbrauchs in der Region. Der mit 38 Prozent (≈ 329 GWh/a) größte Anteil der lokalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien basiert auf Biomasse. Mit einigem Abstand folgen die Photovoltaik mit 30 Prozent (≈ 258 GWh/a) sowie die Wasserkraft mit 14 Prozent (≈ 121 GWh/a). Die Windkraft erzeugt etwa 12 Prozent (≈ 102 GWh/a) des lokalen Stroms. Klär- und Deponiegas haben mit 6 Prozent (≈ 55 GWh/a) den geringsten Anteil an der lokalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.



Entwicklung installierte Leistung erneuerbare Energien (2001 bis 2016)


Im Zeitraum von 2001 bis 2016 wurden die erneuerbaren Energien in der Region stark ausgebaut.
Zwischen 2010 und 2016 hat sich die installierte Leistung aus regenerativen Quellen von rund 227 Megawatt elektrisch (MWel) auf fast 450 MWel verdoppelt. Im gleichen Zeitraum hat sich vor allem der Zubau der Photovoltaik, mit einem Anstieg der installierten Leistung um circa 155 Prozent (von 114 MWel auf 290 MWel) stark entwickelt. Auch die Windkraft erlebte im gleichen Zeitraum einen Leistungszubau von rund 118 Prozent (von 25 MWel auf 54 MWel). Die installierte Leistung der Biomasse wuchs zwischen 2010 und 2016 um knapp 21 Prozent (von ungefähr 53 MWel. auf rund 63 MWel.).

Im Vergleich zum Vorjahr verbucht die Photovoltaik 2016 mit knapp 8 Prozent ebenfalls den stärksten Zuwachs, gefolgt von der installierten Leistung des Klär- und Deponiegases mit etwa 7 Prozent und der Biomasse mit rund 3 Prozent. Die installierte Leistung von Wind- und Wasserkraft blieb im selben Zeitraum gleich.

Insgesamt war 2016 die installierte Leistung der Photovoltaik rund fünfmal so hoch wie die der Windkraft und stellte etwa 64 Prozent der gesamten installierten Leistung aller erneuerbaren Energien in der Region dar.



Entwicklung Stromerzeugung erneuerbare Energien (2001 bis 2016)

 
Gemeinsam mit der installierten Leistung erhöhte sich zwischen 2001 und 2016 auch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Im Vergleich zu 2010 konnte die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von jährlich rund 587 GWh um etwa 47 Prozent auf etwa 865 GWh 2016 gesteigert werden. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der Photovoltaik-Stromerzeugung, die zwischen 2010 und 2016 um etwa 142 Prozent zunahm (von 107 GWh auf 258 GWh). Die Stromerzeugung aus Wind hat sich im gleichen Zeitraum ebenfalls mehr als verdoppelt (von 42 GWh auf 102 GWh).

Im Vergleich zum Vorjahr stieg 2016 die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen mit rund 8 Prozent am stärksten, gefolgt von der Biomasse mit etwa 2 Prozent.

Der meiste Strom wird aus Biomasse und Biogas erzeugt (siehe Abbildung „Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien“). Rund 38 Prozent der gesamten lokalen erneuerbaren Stromerzeugung basierten 2016 auf diesem Energieträger. Die Stromerzeugung mit Photovoltaik betrug im gleichen Jahr rund 30 Prozent.

Generell sollte beachtet werden, dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien wetterbedingten Schwankungen unterliegt. Diese können jährliche Vergleiche der Stromerzeugung beeinflussen.



Erneuerbare Stromerzeugung in den Kommunen

6_2016_Energieerzeugung_Strom_Erneuerbare_Kommunen
Während durch die Photovoltaik in allen Verbandskommunen, mit Frankfurt an der Spitze, Strom erzeugt wird, konzentrieren sich die Standorte der Windenergieanlagen auf den Osten und Nordosten des Verbandsgebietes. Dabei sind Schöneck und Weilrod besonders hervorzuheben. Auch in Karben, Friedberg, Nidderau und Florstadt wird durch den Wind Energie erzeugt.

Bei der Wasserkraft sind Standorte am Main wie Maintal, Offenbach, Frankfurt und Hattersheim mit ihren Staustufen Maintal, Offenbach, Schwanheim und Eddersheim im Vorteil. Die Staustufe Kostheim liegt zwar noch auf Hochheimer Gebiet, speist ihren Strom aber in Wiesbaden ein.

Zur Stromgewinnung aus Biomasse, Biogas und Deponiegas tragen vor allem die Biomassekraftwerke Wicker und Fechenheim sowie die ebenfalls in Wicker gelegene Bio- und Deponiegasanlage bei.



Der Wärmeverbrauch wird fast komplett durch nicht regenerative Energieträger erzeugt


Der Wärmeverbrauch in der Region betrug 2016 rund 34 TWh. Bei der lokalen Wärmeerzeugung (ohne Wärme aus Strom) spielen nicht regenerative Technologien mit 98 Prozent (≈ 34 TWh/a) klar die Hauptrolle. Rund 77 Prozent des Verbrauchs werden fossil als Hausbrand in Gebäuden erzeugt (≈ 26 TWh/a), 17 Prozent in Heizkraftwerken und Feuerungsanlagen (≈ 6 TWh/a) sowie 4 Prozent bei der Abfallverbrennung (≈ 1 TWh/a).

Lediglich 2 Prozent (≈ 0,7 TWh/a) des Wärmeverbrauchs werden durch erneuerbare Energien erzeugt.



Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien – Biomasse spielt die Hauptrolle


Nur etwa 2 Prozent des Wärmeverbrauchs wurde 2016 durch erneuerbare Energien in der Region erzeugt. Dies entspricht 706 GWh/a. Davon wird der Großteil, 67 Prozent (≈ 471 GWh/a), durch Biomasse und Biogas erzeugt (hierunter fallen auch Holz und Reststoffe für den privaten Haushalt, wie zum Beispiel Pellets). Biomasse und Biogas spielen demnach sowohl bei der Strom- als auch bei der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien die bedeutsamste Rolle in der Region. Wärmepumpen und die flache Geothermie (bis 150 Meter tief zum Beispiel mit Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden oder Grundwasserbohrungen) erzeugen 21 Prozent (≈ 145 GWh/a) der lokalen erneuerbaren Wärme, die Solarthermie 8 Prozent (≈ 60 GWh/a). Durch Klär- und Deponiegas werden 3 Prozent (≈ 23 GWh/a) der lokalen erneuerbaren Wärme erzeugt.



Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien (2001 bis 2016)


Ähnlich wie die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien konnte ebenfalls die Wärmeerzeugung aus regenerativen Quellen über den Zeitraum von 2001 bis 2016 kontinuierlich gesteigert werden. Im Vergleich zu 2010 erhöhte sich 2016 die lokale Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien um etwa 15 Prozent (von 616 GWh/a auf 706 GWh/a), wobei die Steigerungen bei der Solarthermie mit rund 19 Prozent (von 50 GWh/a auf 60 GWh/a) und bei Biomasse/Biogas mit etwa 16 Prozent (von 404 GWh/a auf 471 GWh/a) am stärksten waren. Auch der Anteil der Wärmepumpen und flachen Geothermie stieg im selben Zeitraum um rund 12 Prozent (von 129 GWh/a auf 145 GWh/a).

Im Vergleich zum Vorjahr hatte 2016 die Wärmeerzeugung aus Biomasse und Biogas mit 5 % den größten Zuwachs.

Etwa 67 Prozent der gesamten erneuerbaren Wärmeerzeugung in der Region basierte 2016 auf Biomasse und Biogas (s. o. Abbildung „Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien“). Die gesamte Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien in der Region ist mit 706 GWh/a etwa 18 Prozent geringer als die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit 865 GWh/a.