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Klimaschutz – unverzichtbar


Ein Teil von uns

Ob es uns gefällt oder nicht, unsere Lebensweise und unsere Treibhausgasemissionen sind untrennbar miteinander verbunden. Essen, Wohnen, Fortbewegung oder Freizeit, so gut wie alles, was wir tun, belastet unser Klima. Wenn wir die globale Erwärmung noch auf unter 2 °C begrenzen möchten, haben Wissenschaftler auf Basis der Bevölkerungszunahme bis 2050 für jeden Menschen der Welt ein CO2-Jahresbudget errechnet, das nicht überschritten werden darf. Dieses CO2-Jahresbudget beträgt etwas mehr als 2 Tonnen an CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr [1]. Dieses alles umfassende Jahresbudget ist deutlich weniger, als die rund 10 Tonnen CO2 pro Person, die in 2016 in der Region FrankfurtRheinMain nur für Energieerzeugung und -verbrauch benötigt wird – siehe Bereich Energiedaten.

Energie_Lebenselixier_SchattenEnergiewende_SchattenWas unser Energieverbrauch mit Klimaschutz zu tun hat und warum wir unsere globalen Energiesysteme radikal umstellen müssen, erklären auch die beiden Info-Tafeln «Energie - das Lebenselixier der Welt» und «Wir brauchen die globale Energiewende». Diese sind Teil der Ausstellung Klima braucht Energie und können in guter Druckqualität bis DIN A3 ausgedruckt werden oder als Rollup (200 cm x 85 cm) ausgeliehen werden.



CO2-Fußabdruck

Addiert man alle Emissionen die durch die Aktivitäten eines einzelnen Menschen entstehen, so erhält man den CO2-Fußabdruck. Dabei werden Emissionen anderer Treibhausgase, zum Beispiel Methan, in CO2 umgerechnet. Dies wird als CO2-Äquivalente bezeichnet, siehe auch die Erklärung oben. Die folgende Abbildung verdeutlicht wie extrem der durchschnittliche CO2-Fußabdruck sinken muss, um auf die noch klimaverträglichen 2 Tonnen pro Person und Jahr zu kommen. Um Ihre ganz persönliche CO2-Bilanz zu berechnen, können Sie beispielsweise den CO2 Rechner des Umweltbundesamtes nutzen.

CO2-Fußabdruck im Vergleich (CO2-Äquivalente in Tonnen)




Nur entschlossene Schritte können den Klimawandel noch beschränken

Weltweit müsste so schnell wie möglich:

  • die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas zur Energieerzeugung eingestellt werden;

  • der Energieverbrauch stark reduziert werden;

  • erneuerbare Energie für Strom, Wärme, Kälte und Mobilität genutzt werden;

  • noch nicht vermeidbare Emissionen kompensiert werden;

  • die Abholzung von Wäldern verhindert und die Aufforstung vorangetrieben werden;

  • weitere „Speicher“ für Kohlenstoff (Kohlenstoffsenken) wie Moore verstärkt geschützt und renaturiert werden;

  • dem Ausstoß von Treibhausgasen ein Preis gegeben werden, zum Beispiel durch eine Kohlenstoffsteuer.


Wenn wir nicht gegensteuern, wird es teuer

Die Klimaschutzkosten sind im Vergleich zu den Kosten, die durch Klimaschäden entstehen, äußerst gering. Durch den extremen Hitzesommer des Jahres 2003 entstanden in der EU Schätzungen zufolge Schäden in Höhe von 10 bis 17 Milliarden Euro [2]. Die globalen ökonomischen Schäden durch extreme Wetterereignisse haben sich in den letzten drei Jahrzehnten laut Daten von Rückversicherern um den Faktor 15 vervielfacht [2].

In der Zukunft werden die Schadenskosten noch viel drastischer in die Höhe schießen. Im „Stern Review on the Economics of Climate Change“ wurden die globalen Kosten des Klimaschutzes auf circa 2 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP) beziffert. Wie gering diese Kosten im Vergleich zu den langfristigen Kosten der wahrscheinlichen Schäden sind, verdeutlicht die folgende Abbildung. Sie zeigt das Szenario „High Climate, market impacts + risk of catastrophe + non-market impacts“ sowie den Wertebereich (blauer Bereich) des 5ten bis 95ten Perzentils.


In 2200 können die durchschnittlichen Schäden bis zu 13,8 Prozent des globalen BIP pro Kopf betragen. Werden weitere Risiken und Folgen mit eingerechnet, können die Schäden sogar die Marke von 20 Prozent des globalen BIP pro Kopf übersteigen [3]. Dieser Betrag ginge somit durch den Klimawandel jedes Jahr verloren. Unsere jetzigen Klimaschutz-Versäumnisse werden zukünftige Generationen teuer zu zahlen haben.

Dabei brauchen wir nicht mal sehr weit in die Zukunft zu blicken. Sollten wir so weiter machen wie bisher und die globale Durchschnittstemperatur der Erde um mehr als 4 °C erhöhen, könnten sich die Kosten der Auswirkungen des Klimawandels laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung schon bis zum Jahr 2050 auf insgesamt knapp 800 Milliarden Euro nur in Deutschland belaufen [4, 5]. Bis zum Jahr 2100 könnte die Summe sogar auf 3 Billionen Euro steigen [4, 5]. 


Quellen

[1] Messner, D., Schnellnhuber, J., Rahmstorf, S., Klingenfeld, D. (2010). The budget approach: A framework for a global transformation toward a low-carbon economy. Renewable Sustainable Energy, 2, 031003.

[2] Kemfert, C. (2007). Die Kosten des Klimawandels. Der Mensch heizt die Erde auf – was muss er dafür zahlen? Internationale Politik (IP) 2, Februar 2007, S. 38-45.

[3] Stern, N. H. (2007). The economics of climate change: The Stern review. Cambridge, UK: Cambridge University Press.

[4] Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). (2005). Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten. DIW Wochenbericht, Nr. 12-13/2005, 72. Jahrgang / 23. März 2005. 

[5] Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). (2007). Klimawandel kostet die deutsche Volkswirtschaft Milliarden. DIW Wochenbericht, Nr. 11/2007, 74. Jahrgang / 14. März 2007.