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Neugestaltung der Hauptstraße

Sulzbach (Taunus)

Detail-Beschreibung

Die Gemeinde Sulzbach ist schon lange im Klimaschutz aktiv, insbesondere wurde der Individualverkehr reduziert. Im Jahr 2010 wurde die Hauptstraße zwischen Cretzschmar- und Schwalbacher Straße umgestaltet, 2013 folgten Projekte zur »Bürgermitwirkung Verträgliche Mobilität« und danach die Aufstellung und der Beschluss eines Klimaschutz-Teilkonzeptes für den Verkehr.

Vom autogerechten Straßenraum zum Ortskern mit Wohnumfeld

Hauptstraße vor der Neugestaltung
Quelle: Herbert Weyell

Die Hauptstraße wandelte sich von der autogerechten Straße der 50er-Jahre zu einem modernen Bewegungs- und Aufenthaltsraum für alle Verkehrsteilnehmer. Die öffentliche Fläche wurde neu aufgeteilt und geordnet. Die Kreisstraßenfunktion musste trotzdem erhalten bleiben. Durch die Umgestaltung wurden die Aufenthaltsqualität erhöht, das Einkaufen für den täglichen Bedarf sowie das Wohnen in der Ortsmitte attraktiver.

Mischfläche oder Fahrbahn mit Bürgersteigen?

Installation von Fahrradständern nach Mitwirkung der Bürger
Quelle: Gemeinde Sulzbach (Taunus)

Sollte der Straßenraum zur Mischfläche werden oder weiterhin in eine Fahrbahn und einen Bürgersteig gegliedert sein? Fest stand, dass durch die vorhandene Randbebauung der öffentliche Raum nicht erweiterbar war. Schließlich fiel die Entscheidung für folgende Straßenraumaufteilung:

  • Die Fahrbahnen wurden schmaler gestaltet, damit die Autofahrer langsamer fahren. Die Fahrbahnen sind zwischen 5,5 und 6 Meter breit. Säumen Bäume die Straße, beträgt die Breite sogar nur 4,75 Meter. Bei ungünstigen Begegnungen muss eben ein Fahrzeug warten.
  • Die Bürgersteige sind mindestens 1 Meter oder noch besser 1,5 Meter breit, um Fußgängern mehr Raum zu geben.
  • Fahrradhaltebügel wurden von Bürgern mitbestimmt, Autostellplätze nur in breiten Gehwegbereichen markiert und sie sind erstmals aus beiden Fahrtrichtungen erreichbar.

Öffentlich gestalteter Raum belebt die Ortsmitte

Das neue »Bornplätzchen«
Quelle: Gemeinde Sulzbach (Taunus)
Das Ortsbild und der Straßenraum wurden grundlegend verkehrstechnisch und gestalterisch aufgewertet, um ein angepasstes Verkehrsverhalten zu bewirken.
  • Die Fußgängerbereiche und Fahrbahnen sind durch Material- und Farbwechsel unterschieden. So wurde die asphaltierte Fahrbahn durch helles Betonpflaster gegliedert, damit seh- oder geheingeschränkte Personen den Übergang vom Fußgängerbereich zur Fahrbahn leicht erkennen und überschreiten können. Bei Straßeneinmündungen ist der dunkle Fahrbahnasphalt mit hellem, verzahntem Betonpflaster unterbrochen.
  • Beidseitige Entwässerungsrinnen (breit und hell) lassen die Fahrbahn schmaler wirken. Granitbordsteine in Verbindung mit Entwässerungsrinnen sichern die Bürgersteige vor schnellem Überfahren.
  • Plätze sind erkennbar und niveaugleich ausgeführt, Geh- und Fahrflächen lassen sich durch Granitbordsteine trotzdem gut unterscheiden.
  • Bäume verschönern den Straßenraum und markieren die Eingänge zu den Plätzen.
  • Es gibt zahlreiche Fahrradhaltebügel, Sitzbänke und Anlehnhilfen für ältere Personen in Raumnischen.
»Kleiner Dalles« nach der Umgestaltung der Hauptstraße
Quelle: Gemeinde Sulzbach (Taunus)

Die Straßenbeleuchtung wurde neu gestaltet und positioniert. Wertvolle Aufenthaltsorte wurden geschaffen. Durch die Umgestaltung entstand das neue »Bornplätzchen« zwischen den Straßeneinmündungen von Unterer und Oberer Borngasse. Am dreieckigen »Kleinen Dalles« erinnert die Bronzefigur der »Käsfrau« an die Sulzbacher Käseproduktion im Mittelalter. Beide Plätze sind von Einkaufsmöglichkeiten umgeben und werden durch Bäume sowie durch Betonsteinpflaster betont.