Seiteninhalt

Klimaanpassung in Offenbach

Offenbach, kreisfreie Stadt

Detail-Beschreibung

Folgen eines Starkregenereignisses in Offenbach, Juni 2016
Quelle: georg-foto, offenbach

Die Folgen des Klimawandels machen sich auch in Offenbach bemerkbar: der Anstieg an Hitzetagen im Sommer, die geringere nächtliche Abkühlung in dicht besiedelten Bereichen, Trockenheit, Sturm, Hochwasser, Extremwetterereignisse… all dies ist in den vergangenen Jahren zu verzeichnen, eine weitere Zunahme prognostiziert. Der Hitzesommer 2015 oder die punktuellen Überflutungen durch Starkregen im Sommer 2016 sind nur die jüngsten dieser Ereignisse, die nicht nur zu Störungen des alltäglichen Lebens geführt, sondern auch Infrastruktur- und Sachschäden verursacht haben, aus denen nicht nur für die kommunalen Kassen ein hoher finanzieller Aufwand zur Wiederherstellung resultierte. Bürger, Gewerbe und öffentliche Hand sind hier gleichermaßen betroffen.

Es sind also zusätzlich zu den bereits seit 2010 in Umsetzung befindlichen Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken, auch Maßnahmen zu Anpassung an die Folgen des Klimawandels nötig, um Sach- und vor allem Personenschäden in Zukunft vermeiden zu können. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach am Main beschloss daher in der Sitzung vom 16.07.2015 die Erarbeitung einer Klimaanpassungsstrategie als Teilkonzept des integrierten Klimaschutzkonzeptes (2011-16/DS-I(A)0733), mit der das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz federführend beauftragt wurde. Das Projekt wird mit Hilfe eines Ingenieurbüros umgesetzt und zu 70 Prozent vom Bundesumweltministerium gefördert. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen.

Im Bereich der Klimaanpassung zählt Offenbach zu den Vorreitern.

Die Klimaanpassungsstrategie soll geeignete Maßnahmen für die in Offenbach betroffenen Handlungsfelder entwickeln. Diese gehen über die städtischen Einwirkungsbereiche wie das Niederschlags- und Abwassermanagement oder den Katastrophenschutz hinaus, zum Beispiel wirken sich Hitzewellen auf Wohn- und Geschäftshäuser, Krankenhäuser und Pflegeheime aus. »Der Arbeitsprozess sieht vor, besonders viele Akteure aus Stadt, Wirtschaft und Gesellschaft zu beteiligen,« berichtet Heike Hollerbach, die Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz in Offenbach, »so werden nicht nur die Industrie- und Handelskammer und der Einzelhandel eingebunden, sondern vor allem auch Kirchen, Vereine und Verbände. Auf Grundlage der abgestimmten Handlungsfelder wird dann eine Gesamtstrategie mit einem Maßnahmenkatalog zur Anpassung an den Klimawandel erarbeitet.«

Im Rahmen der Akteursbeteiligung gibt es über den Projektzeitraum verteilt mehrere Termine, an denen in Workshops zunächst Betroffenheit und Handlungsfelder, später in einer Gesamtstrategie konkrete Maßnahmen identifiziert werden. Auch Akteure aus benachbarten Gemeinden haben Gelegenheit, sich einzubringen. Heike Hollerbach: »Einige Handlungsfelder sind also schon bekannt, in denen Betroffenheiten weiter konkretisiert werden müssen. Die Kompetenz vieler ist hier gefragt. Die zukünftige Entwicklung Offenbachs als attraktiver Wohn- und Arbeitsort im Zentrum des Rhein Main Gebietes erfordert, dass wir gemeinsam, auch mit den Nachbarstädten zusammen, eine klimaangepasste Entwicklung Offenbachs voranbringen. Dabei wird zusätzlich auf das Thema »Synergie zwischen lokalem Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel« ein besonderer Schwerpunkt gelegt. Das Teilkonzept Klimaanpassung soll die Handlungsfähigkeit der Stadt erhöhen.«

Handlungsfelder sind unter anderem Stadtplanung und Stadtgrün, Hochwassermanagement, Abwassermanagement, Natur- und Umweltschutz, Gesundheitswesen und Verkehrsplanung. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit einzelner Ämter und Abteilungen sowie die Gründung einer Strategiegruppe sollen erreichen, dass die Maßnahmen eine größtmögliche Wirkung in mehreren Bereichen (optimale Ausschöpfung von Synergien) entfalten können. Gleichzeitig soll die Verzahnung mit den städtischen Zielsetzungen des optimierten Ressourceneinsatzes an Bauflächen, der Neuansiedlung von Bürgern, die Bewahrung des stadtinternen Qualitätsbewusstseins erfolgen. Der Masterplan wird durch die Ergänzung in diesem Teilkonzept unterstützt.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.